Ein Stück Vergangenheit…

Nach langem hin & her, gibts endlich mal wieder was für die “Memoiren eines Freaks”. Und als kleines Schmankerl kann ich verraten, dass es auch bald neues meiner abgefahrenen Erlebnisse aus London geben wird.
Stay tuned! lg Kulli

Es kommt nicht gerade selten vor, dass man sich Samstag nachmittags beim Einkaufen in einem der allgemein bekannten Supermärkte wiederfindet. Umso seltener jedoch, wenn man eben während dieses Einkaufs auf ein Stückchen seiner eigenen Vorfahren stößt.

Ehrlich gesagt war es nicht ich, sondern mein alter Herr, der voller erstaunen festgestellt hat, dass die alte Firma meines Opas immernoch seine Erfindungen vertreibt.
Allerdings nicht irgendeine Erfindung – nein – sondern DIE schwäbische Erfindung hoch 10.

Ein jeder Schwabe liebt sie von Haus aus, seine Spätzle. Er isst sie mehr als gerne mit “Linsä’ ond Soidewürschdle” und ohne ist des Schwabens Leben einfach von keiner Bedeutung (mal ganz abgesehn von “Schaffe, schaffe, Häuslä baua!”).
Mir war klar, dass auch meine Familie schon immer eine besondere Beziehung zu Spätzle pflegte, allerdings hatte ich mich nie wirklich damit auseinandergesetzt…

Bis ich in eben jenem Supermarkt eine Spätzlespresse mit dem Schriftzug “Kull Spätzle Press” in der Auslage sah.

Ich muss hierzu anmerken, dass sich mein Leben seitdem nicht wirklich verändert hat, es war einfach nur erstaunlich zu sehen, dass die Firma die mein Opa vor über 40 Jahren verkauft hat, immernoch Spätzlepressen mit dem Firmennamen meines Opas vertreibt und herstellt. Ein wenig Recherche hat ergeben, dass die kleine Firma sich zwar ein wenig dezimiert hat – von über 50 auf 20 Mitarbeiter – aber immernoch in Remshalden-Gerastetten liegt und produziert. (Quelle: http://www.kull-gmbh.net/ )

Noch erstaunlicher finde ich, dass mein alter Herr hier im Haus tatsächlich das Originalpatent sowie Konzeptzeichnungen und Prospekte in einem Album bunkert. Ich möchte es euch natürlich nicht vorenthalten:

Das Patent heßt es : “Teigpresse aus einem mit Teigaustrittslöchern versehenen Topf und einem Handstempel” , die “insbesondere für die Herstellung gewisser Nudelsorten, wie z.B. der bekannten schwäbischen Spätzle”, bestimmt ist.

Es ist noch zur zeit des dt. Reichs patentiert worden – das Hakenkreuz ist ja unmissverständlich.

In dem Album das mir mein Dad rausgesucht hat, sind noch mehr interessante Patente zu finden (u.A. für den “Spazzily” , eine Rührbehältnis-/Teigpressen-Kombi aus Plastik, mit der wir hier heute noch unsere Spätzle machen)

So abgefahren es auch klingen mag, aber ich bin der Erbe des Spätzlekönigs – aber auch wenn mir deshalb kein Reichtum zusteht, möchte ich mir das nicht nehmen lassen ;P

Ich muss mir eingestehen, jemand zu sein, der gerne viel belangloses Zeug von sich gibt und auch gerne mal den Lügenbär spielt – aber wenn eine abgefahrene Story tatsächlich wahr ist, dann ist es diese.

Es ist und bleibt einfach überwältigend wie klein diese Welt doch ist…

Hier rechts ist die Originalanleitung und ein Bild vom “Spätzle Schwoab”-Nachfolger “Spazzily”

Als kleinen Bonus gibts für alle nicht-Schwaben das “How to make Spätzle”:

Man braucht:

  • 500 g Mehl
  • 2 Eier
  • ca. 1/4 l Wasser
  • 1 Prise Salz
  1. Wasser kochen lassen und Zutaten zu einem zähflüssigen Teig verrühren.
  2. Wasser salzen
  3. Spätzle ins kochende Wasser hineinschaben/hineinpressen
  4. Schwimmen die Spätzle oben auf dem Wasser auf und bilden eine Art Wall, sind sie gar
  5. Spätzle aussieben und mit klarem Wasser abschwenken

Et voilà – perfekte Spätzle :D

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3 Antworten auf Ein Stück Vergangenheit…

  1. kamil 29. Januar 2010 at 16:39 | Permalink |

    Jungs, das Symbol mit dem Adler da oben würde ich aber vorsichtshalber zensieren, bevor ihr noch von wem angezeigt werdet. Es ist verboten sowas in Deutschland zu zeigen.

  2. Dante 15. März 2010 at 21:44 | Permalink |

    Es ist ein historisches Dokument und es zu zeigen ist nicht verboten.

    § 86 StGB

    (3) Absatz 1 gilt nicht, wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.

  3. Lukas 15. März 2010 at 21:45 | Permalink |

    Seh ich genau so und deswegen ist das auch noch online ;)

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